EU fördert Naturschutz-Engagement der Biologischen Station |
|
|
Bodensaure Eichenwälder mit Mooren und Heiden - so heißt ein neues Naturschutzgroßprojekt, das kürzlich unter der Leitung der Biologischen Station im Kreis Wesel begonnen hat und das sich dem europäischen Naturerbe Natura 2000 widmet.
Entlang von Rhein und Lippe gibt es einen ganz besonderen Lebensraum, der in Europa von höchster Seltenheit ist: Bodensaure Eichenwälder auf Sandebenen. Sie gedeihen auf nährstoffarmen, nach der letzten Eiszeit entstandenen Dünen wie etwa den Drevenacker Dünen oder den Diersfordt-Wittenhorster Dünen und zeichnen sich durch einen lockeren, sonnendurchfluteten Eichenwald aus, dessen Krautschicht von Adlerfarn und Pfeifengras bestimmt wird. Die Bäume sind krumm und schief, speziell im Kreis Wesel auch noch in Folge der beiden Weltkriege durch Grantsplitter entwertet – also wirtschaftlich kaum zu nutzen. Für die Natur sind sie jedoch ein wertvolles Kleinod für selten gewordene Arten wie Baumpieper, Breitflügelfledermaus und Hirschkäfer – dem Insekt des Jahres 2012. Doch die Eichenwälder sind mehr als nur Wald: In den Tälern der Dünen haben sich über stauenden Lehmschichten Heidemoore entwickelt. Hier finden sich Moorschlenken und Schwingrasenmoore, die z. B. Sonnentau und Moorfrosch Lebensraum bieten. Stellenweise sind auch größere nährstoffarme Heideweiher wie das Schwarze Wasser erhalten geblieben, an dem noch das Froschkraut vorkommt. Dieses ist die einzige Pflanzenart im Kreis Wesel, die unter dem Schutz der Europäischen Union steht. An anderer Stelle findet man schließlich Relikte von trockenen Heiden und Magerrasen, so etwa in den Kaninchenbergen, den Pliesterbergschen Sohlen und den Loosenbergen. Hier leben weitere seltene Arten wie Heidelerche und Schlingnatter. Bodensaure Eichenwälder, Moore und Heiden haben gemeinsam, dass sie Teil des europäischen Naturerbes Natura 2000 sind. Damit besteht die Verpflichtung, diese Lebensräume für die Zukunft zu bewahren und den Erhaltungszustand zu verbessern. Die Europäische Union hat nun auf Initiative der Biologischen Station Fördermittel aus dem europäischen Naturschutzfonds Life1 eingeworben, mit denen bekannte Defizite im Rahmen eines 5 Jahre laufenden Projektes behoben werden sollen. Der Landesbetrieb Wald und Holz, vertreten durch das Regionalforstamt Wesel, der Regionalverband Ruhr / Ruhr-Grün und die Nordrhein-Westfalen-Stiftung sind Partner in dem Projekt, dass nicht nur von der EU sondern auch vom Land NRW, dem Kreis Wesel und den Stadtwerken Wesel unterstützt wird. Ziele des Projektes sind z. B. die Umwandlung monotoner Nadelwälder in bodensauren Eichenwald, die Bekämpfung der einwandernden Späten Traubenkirsche, der Erhalt der Strandlingsgesellschaften mit dem Schwimmenden Froschkraut am Schwarzem Wasser, die Wiederherstellung eines naturnahen Wasserhaushaltes in den Mooren sowie die Renaturierung alter Heidegebiete und Sandmagerrasen. Details zum Projekt, zu geplanten und umgesetzten Maßnahmen und zur Erfolgsquote werden zukünftig regelmäßig über Berichte in den Medien, auf einer eigenen Homepage, in Faltblättern und auf Informationsveranstaltungen bekannt gegeben. 1 Life ist ein Förderinstrument der Europäischen Union. Damit werden speziell Naturschutzmaßnahmen in Natura 2000-Gebieten unterstützt. | |
![]() Eichenwald | |
![]() Hirschkäfer | |
![]() Heidemoor | |
![]() Wacholderheide | |
![]() Zauneidechse | |
![]() |
![]() |
![]() |
![]() |
![]() |
![]() |
![]() |
![]() |