Als " Niederrheinische Sandplatten" bezeichnet man diesen großen Bereich, der sich von der unteren Emscher bis zur deutsch-niederländischen Grenze erstreckt. Die Niederrheinischen Sandplatten sind Teil der sogenannten Hauptterrasse des Rheins.
Zur Entstehung dieser "Terrasse" trug der Wechsel zwischen Kalt- und Warmzeit bei: die groben (kiesig-sandigen) Sedimente wurden während der Elster-Kaltzeit von zahlreichen dynamischen, verästelten Armen des damaligen breiten Stromes, mit dem der heutige Rhein nicht mehr vergleichbar ist, aufgeschottert. Der "Rhein" und andere Gewässer haben sich im Laufe der nachfolgenden Warmzeiten tiefer in diese Ablagerung eingeschnitten und engere Flussbetten geschaffen. Zwischenzeitlich brachte die Saale-Vereisung feineres, vielfach gestauchtes Grundmoränenmaterial mit, während der Weichsel-Eiszeit wurden die Böden unter Frosteinfluss zu Fließerden, und nacheiszeitlich wehten Flugsande zu Sanddecken und Dünen auf. Die "Terrasse" blieb also - mit ihren unterschiedlichen Auflagerungen - als Restsockel zwischen den Abflussrinnen der Bach- und Flusstäler stehen Die zahlreichen Täler gliedern die aufgelagerten Sande heute in "Platten".

Im Untergrund liegen unter den Terrassenkiesen und Sanden die tertiären Sedimente: Ton, Schluffe und Feinsand. Stellenweise, z.B. in Bachtälern treten sie natürlich hervor, und stellenweise sind die darüber liegenden Sande durch "Wind und Wetter" komplett entfernt, so dass Tonböden und Lehm anstehen. Insgesamt staut der tonige Untergrund das Wasser, so dass feuchte Böden und Bruchwälder noch ein Kennzeichen dieses Naturraumes sind.