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1627: Der letzte Auerochse, auch Ur genannt, stirbt in Polen. Bis zu 3 Meter lang, 2 Meter hoch und 1000 kg schwer wurden diese in Herden lebenden Wildrinder, deren letzte Rückzugsgebiete undurchdringliche Sumpfwälder in Polen und Litauen waren. Intensive Bejagung, Zerstörung des Lebensraumes und womöglich auch Vermischung mit Hausrindern haben dem europäischen Wildrind den Garaus gemacht.
In den 1930er Jahren begannen die Gebrüder Heck, Zoodirektoren in Berlin und München, mit dem Versuch, Auerochsen rückzuzüchten. Aus vielen urtümlichen Hausrindrassen gelang es im Laufe der Zeit, ein Abbild dieser ehemals weit verbreiteten Rinderart zu schaffen. Dem Aussehen des Auerochsen, den zahlreiche Abbildungen aus prähistorischen Höhlen zeigen, ist man mit den so genannten "Heckrindern" schon sehr nahe gekommen, lediglich die beeindruckende Größe wurde bislang nicht erreicht. Seit vielen Jahren werden Heckrinder im Naturschutz zur Biotoppflege und zur Entwicklung verschiedenster Lebensräume eingesetzt. Ihre genügsame Art macht sie zu idealen Weidetieren im Naturschutz. Heckrinder gelten als besonders robust, sehr widerstandsfähig und ausgesprochen unempfindlich. Weder Stall noch Tierarzt werden von den Tieren, die ganzjährig im Freiland gehalten werden können, benötigt. Erstmals hat nun eine kleine Gruppe dieser Rinder Quartier in Wesel bezogen. Aus einer etablierten Herde im benachbarten Kreis Recklinghausen kommend, leben sie seit Ende Oktober im Naturschutzgebiet Weseler Aue. Zunächst auf rund 7 ha werden sie zu einer naturnahen Entwicklung dieser wertvollen Flächen beitragen. Durch die Aktivitäten der Rinder wird auf den eher einheitlichen Grünlandbereichen ein Mosaik aus unterschiedlichen Lebensräumen entstehen: So wird es Bereiche geben, in denen die Rinder sehr intensiv äsen und dort die Vegetation sehr kurz halten. Auf anderen Flächen werden sie sich kaum aufhalten, hier werden Staudensäume und kleine Gebüsche entstehen. Vermutlich wird die mit großer Spannung erwartete Entwicklung sehr dynamisch verlaufen, Veränderung wird hier die Regel und Konstanz die Ausnahme sein. Das Projekt "Heckrinder in der Weseler Aue" wird gemeinsam von Herrn Landwirt Rainer Grieb, der Firma Hülskens und der Biologischen Station im Kreis Wesel durchgeführt. Weitere Informationen über die Heckrinder finden Sie hier: www.auerochsen.de ![]() Im Oktober 2006 kamen drei Heckrinder aus dem Hervester Bruch nach Wesel. ![]() Ein stattlicher Bulle gehört zu der kleinen Herde. |